Hola, ¿qué tal? | #Madrid

Das war’s dann leider auch schon mit meinen hart erworbenen Spanischkenntnissen. Nach drei bis fünf Jahren ohne mein Wissen je anzuwenden, musste ich am Frankfurter Flughafen auf dem Boden der Tatsachen landen und mir eingestehen, dass mein Spanisch einfach nicht mehr existiert. Auf diese ernüchtnernde Feststellung musste ich mir selbst erstmal sämtliche Sorgen ausreden, sonst wäre ich sicherlich schon vor dem Abflug nervös geworden.

Madrid - 19b

Aber was wollte ich überhaupt in Madrid? Einer Stadt, die auf den ersten Blick wenige Sehnswürdigkeiten vorweisen kann, und von desen Schönheit man auch noch nicht viel gehört hat.
Ganz einfach, ich wollte eine Freundin besuchen und zwar Jessi von Jessi En Madrid. Sie absolviert dort gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr und kann Madrid inzwischen ihr Zuhause nennen. Nun war ich für sechs Tage bei ihr und habe mich auch ein wenig in die wunderschöne Stadt verliebt. Ja, ganz recht, Madrid ist wunderschön! Auch wenn ich selbst, diese Aussage viel zu selten gehört (oder gelesen) habe.

Madrid - 01 & 02

Meine Reise nach Spanien begann am 5. April um 7:00 Uhr. Ja, so früh muss man los, wenn man in der Provinz wohnt. Erst eine Stunde Autofahrt bis zum Zug, dann ca. zwei Stunden mit jenem nach Frankfurt zum Flughafen. Am Flughafen hieß es dann, Koffer abgeben und warten. Bis ich dann in Madrid war, vergingen erneut Stunden. Mit Jessi war ich für 15:15 Uhr verabredet, doch durch ungenau Angaben der Flüge, haben wir uns am Flughafen nicht gefunden und ich musste allein in die Metro. Erstaunlicherweise habe ich, mit Jessi’s telefonischer Hilfe, hinbekommen das Ticket zu lösen und auch in den Zug zu steigen (okay, letzteres hätte ich vermutlich auch so hinbekommen…). In der Metro angekommen, war ich froh nicht mehr stehen zu müssen und als Jessi dann irgendwann auch dazu stieß, war ich glücklich. Dann ging es in ihre WG, wo wir meinen Koffer abstellten. Wir wollten keine Zeit verschwenden. Also ging es gleich weiter. Einkaufen, kochen, essen waren unser erstes Pflichtprogramm, anschließend ein kleiner Rundgang durch die Stadt mit einem Stop für Wein und Cola. Viel zu erschöpft für mehr, ging es dann nach Mitternacht ins Bett.

Madrid - 03

Auch wenn der zweite Tag ein Sonntag war, haben wir uns früh auf den Federn gequält. In Madrid findet Sonntags der berühmte Rastro Flohmarkt statt. Diesen wollten wir unbedingt besuchen. Also schnelles Frühstück und los. Auf dem Markt angekommen, musste man sich echt durch eine unglaublich große und dichte Menschenmenge kämpfen, um den ein oder anderen Blick auf einen Stand zu werfen. Es gab unendlich viele Klamotten, Taschen, Möbel – einfach alles! Ich konnte natürlich nicht wiederstehen und habe mir eine süße, kleine Tasche, sowie ein Top gekauft. Nach dem Bad in dieser Menschenmenge haben wir uns am Nachmittag Smoothies in einem sehr schönen Vintage Café gegönnt. Anschließend ging es weiter, um die Stadt richtig zu erkunden und am Abend saßen wir einfach am Rande des Manzanares und bequtschen Gott und die Welt.

Madrid - 04

Montag hieß es erneut: der frühe Vogel fängt den Wurm. Also wieder kein ausschlafen. Aber was soll’s? Man ist nur einmal jung und wir hatten eine Weltmetropole zu unseren Füßen, die diese erkunden mussten. Es standen viele Dinge auf dem Plan: Circulo de Bellas Artes, ein Besuch im Retiro Park, einen Abstecher an den Atocha Bahnhof, sowie eine Verschnaufspause in der Chocolateria San Gines und zum Abschluss wollten wir in den Palacio. Erstaunlicherweise haben wir wirklich alles geschafft.
Der Ausblick vom Circulo de Bellas Artes war atemberaubend schön! Ich liebe Panoramaausichten und diese ist keine Ausnahme. Man kann über die ganze Stadt sehen und man hat gleichzeitig das Gefühl sich in ihrem Herzen zu befinden. Autos bahnen sich, tief unter einem, ihre Wege durch die gefüllten Straßen und Austauschschüler neben einem schießen, wie man selbst, viele Erinnerungsfotos. Irgendwie versucht man die Schönheit des Momentes einzufangen und mitzunehmen.

Madrid - 05

Ähnliches kann ich auch über den Retiro Park sagen. Es ist einer der schönsten Parkanlagen, die ich in meinem Leben gesehen habe. Ich weiß gar nicht, wie ich die Schönheit am besten in Worte fassen kann. Am Besten haben mir zwei Bereiche des Parks gefallen. Erstens der Palacio de Cristal, zweitens der See mit dem Bootverleih. Im Palacio de Cristal haben wir unseren Füßen eine Pause gegönnt und uns in zwei Schaukelstühle gesetzt. Das Licht dort war perfekt für Fotos, daher haben wir beide dort sicher 100 Fotos geschossen. Am See haben wir uns dann für eine Stunde ein Boot geliehen und sind einfach eine Stunde, die viel zu schnell verging, in dem kleinen See umher gepaddelt.

Madrid - 06 & 07

Nach dem Park Besuch ging es weiter. Atocha und Choloateria standen noch vor 18:00 Uhr auf unserem Plan.
In Atocha wollte ich unbedingt den Regenwald, aber auch das Monument für die Opfer der Terroranschläfe vom 11. Märt besuchen. Leider hatte letzteres nur kurze Öffnungszeiten und so haben wir erstmal nur den Regenwald betrachtet. Für das Monument mussten wir an einem anderen Tag noch einmal nach Atocha.
Die Choloateria war dann unser vorletztes Ziel für den Tag. Und natürlich gab es dort wirklich die beste Schokolade. Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen sich auf den Weg dorthin zu begeben. Es lohnt sich!

Madrid - 08

Etwas müde ging es dann zum Palacio, wo sich bereits eine längere Schlange gebildet hatte, da der Eintritt nach 18:00 Uhr kostenlos war. Durch eine Sicherheitskontrolle hindurch, kam man dann – trotz Warteschlange – schnell ins Innere. Der riesige Hof mit gigantischen Laternen zeigen, wie wichtig der Palast für die Stadt war und ist. Das Gebäude war von innen natürlich nicht weniger beeindruckend und man merkte, wie jeder eine gewisse Erfurcht vor den Räumlichkeiten aufbaute. Leider durften dort keine Fotos geschossen werden, aber ich denke, dass dies auch ein wenig zur Atomsphäre begetragen hat und wie gesagt, es lohnt sich nach Madrid zu fahren und alles mit eigenen Augen zu bestaunen.

Madrid - 09 & 10

Etwas außergewöhnlich waren unsere Ausflugsziele am Dienstag. Friedhöfe. Am Morgen ging es los zum britischen Friedhof, wo alle beerdigt wurden, die nicht katholisch waren. Von außen betrachtet, hätte man niemals hinter den Mauern einen Friedhof vermutet. Man erkannte ihn lediglich an der Schrift über dem Eingang. Doch nachdem wir durch den Eingang den „Platz der letzten Ruhe“ betretten hatte, standen wir auf einem kleinen, übersichtlichen Friedhof, der von Bauarbeitern gerade weiter aufrecht erhalten wurde. Alle Gräber waren relativ gut imstande. Irgendwie wirkt der Friedhof nicht wie ein trauriger Ort. Die Sonne bahnt sich auch hier ihren Weg über die Gräber und viele bunte Blumen blühen. Trotzdem hat man Respekt von jedem einzelnen Grab, möchte mehr erfahren über die Geschichten der Menschen, die dort lagen. Viele waren nicht aus Madrid und hatten während ihres Lebens sicher einiges gesehen. Wie sie wohl nach Madrid gelangen? Was wollten sie in der Stadt? Warum blieben sie? Auf dem Friedhof kam ein alter Mann mit zwei Zähnen auf uns zu (er entschuldigte sich, für sein „Graf Dracula“-Aussehen) und erzählte uns ein wenig über den Friedhof. Ein weiterer Mann kam später zu uns und erzählte uns noch mehr, von ihm erfuhren wir, dass es sogar Führungen auf Englisch über dem Friedhof gibt. Leider wussten wir das vorher nicht und diese Führungen fanden nur Samstags statt, also hatten wir auch keine Zeit mehr noch mal dafür wiederzukehren.

Madrid - 11 & 12

Nachdem britischen Friedhof gingen wir zum katholischen, dem Cementerio de la Almudena. Dieser war gigantisch! Er hatte ein mächtiges Eingangstor und Straßen, auf denen Autos fahren durften. Eigentlich nicht so verwunderlich, denn dort gibt es bereits mehr als fünf Millionen Gräber und damit ist er sogar der größte Friedhof Europas. Auf der Kapelle, mitten auf dem Friedhof, saß ein Engel mit einer Trompete. Dieser Engel befand sich ursprünglich am Eingang und hatte seine Trompete in der Hand, um auf ihr zu blasen. Doch die Bewohner Madrids hatten solche Angst vor dem Engel und seiner Trompete, die laut einer Legende den eigenen oder den Tod einer geliebten Person prophezeit – wenn man sie spielen hört -, dass man den Engel auf das Dach der Kapelle verbandete und zusätzlich seine Trompete in seinen Schoss lag, damit er ja nicht in der Lage ist, sie zu spielen.

Madrid - 13

Madrid - 14 & 15

Nach unserem – zugegeben etwas skurrilem – Tag, gingen wir zur Seilbahn. Mit dieser fuhren wir aus der Stadt ins Grüne mit Ausblick auf die Stadt. Einfach mal entspannen und Kekse essen, musste da sein! Und dann ging’s auch schon wieder zurück.

Madrid - 16

Abends sind wir dann zum Plaza de Sol gegangen, dort konnte man wunderbar das spanische Lebensgefühl der Stadt miterleben…. auch wenn dort sehr viele Touristen vorbeilaufen. Einen kurzen Abstecher in einen Pub und wieder zurück zum Platz. Irgendwie war es dort doch schöner und mitten in der Woche war dort auch mehr los.

Da das Atocha Monument geschlossen war, als wir das erstmal dort waren, gingen wir noch einmal dorthin. Ich muss gesehen, dass ich es mir ganz anders vorgestellt habe… irgendwie dunkeler. Doch so wie es ist, ist es besser! Es ist ein Zeichen für Erinnerung, Zukunft und Hoffnung.

Madrid - 17

Da Mittwoch auch unser letzter richtiger Tag war, haben wir nicht mehr viel gemacht. Ein letztes Mal die Stadt  – die Atmosphäre – zusammen genießen. Einen Saft oder Café trinken, in einem der coolsten Cafés der Welt. Einem Film Café. Wirklich toll gemacht. Man kann dort lesen und seinen Café trinken und dabei gemütlich auf einem Sofa sitzen.
Abends sind wir dann den Manzanares entlang gegangen bis zum Stadion von Atlético Madrid, die an dem Abend meinen geliebten FC Barcelona aus der Champions League spielen sollten. Die vielen Leute, die alle ihre Fahnen zeigten – ich vermisste mein Barça Trikot. Es gab ein paar Menschen, die ihre Fahnen zeigten, obwohl ihre Manschaften gar nicht spielten: FC Chelsea, Liverpool FC und Borussia Dortmund. Ich machte erneut hunderte Fotos und dann ging’s wieder weg. Weg von den Menschen. Wir hatten ja keine Karten, die waren einfach zu teuer.

Madrid - 18

Eine Weile saßen wir noch am Manzanares und erzählten uns unsere Pläne für die nächste Zeit, die zunächst aus der Heimreise meinerseits bestanden. Also ging’s dann gegen Mitternacht ins Bett.

Fünf Stunden später, hieß es die Nacht ist vorbei. Zwei Erdbeeren später, ging es aus der Wohnung und ab zur Metro, die uns morgens schon ärgern wollte. Dann ein schneller Abschied am Bahnsteig. Dann ein hin und her am Flughafen. Warten. Das erste Mal wieder viele deutsche Stimmen um mich. Fliegen. Bahnhof. Die deutsch Bahn mit ihrer ständigen Verspätung. Eine Stunde warten. Zug fahren. Warten. Bus fahren. Laufen. Zuhause! Und wieder müde und kaputt und doch irgendwie fitter als vor der Reise. Madrid hat mir viel gebracht. Eine wunderschöne Zeit mit vielen tollen und wunderbaren Erinnerungen, die ich sicher nicht mehr vergessen werde. Unsere eigenen neuen Insider Witze, die nur wir verstehen. Und vor allem den Beweis, dass man nicht ewig miteinander befreundet sein muss, um sich bestens zu verstehen.

Vielen Lieben Dank an Jessi für die schönen Tage!

Madrid - 20b

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